Patrick Schürmann von Adwired: „Unternehmen tun sich schwer mit der sich verändernden Medienlandschaft“
Patrick Schürmann, was nützt es einem Unternehmen, wenn es bestmöglich über sein Erscheinen in den Medien orientiert ist?
Patrick Schürmann: Die Entwicklung von Marken, vor allem im internationalen Umfeld, wird von der öffentlichen Meinung stark geprägt. Entsprechend wichtig ist es für ein Unternehmen, zu wissen, was in den Medien und in den „Social-Media“ läuft.
Was unterscheidet eine hervorragende Medienbeobachtung von einer durchschnittlichen?
Patrick Schürmann: Der Unterschied zwischen klassischen Clipping-Diensten und „High-end“-Lösungen liegt in der „Brainpower“. Diese braucht es vor allem dann, wenn sehr viele Beiträge ausgewertet werden müssen, um Übersicht in die Informationsflut zu bringen. Das ist meist bei international tätigen Unternehmen mit breiten Themenspektren der Fall. Oder im Rahmen von „Emerging-Issues“, wenn in kurzer Zeit viele Informationen anfallen. Da muss die Informationsflut verdichtet werden, damit sie fassbar wird. Bei Adwired beispielsweise wird jeder Beitrag manuell geprüft. Dies ist zwar aufwendig. Es hilf aber, statistisch errechnete Themenentwicklungen in den richtigen Zusammenhang zu rücken, allenfalls zu relativieren und falsche Zusammenhänge auszuschliessen. Unternehmen erhalten so ein verdichtetes, ehrliches und unabhängiges Bild der Medienwahrnehmung.
Sind Schweizer Unternehmen in der Krisenkommunikation gut genug und welche Rolle spielt Adwired?
Patrick Schürmann: Die Erfahrung zeigt, dass viele Unternehmen ihr Krisenmanagement – zumindest aus Sicht der Kommunikation – nicht genügend unter Kontrolle haben. Adwired sieht sich als Türöffner. Indem wir aus unabhängiger und breitgefächerter Sicht die Medienrealität spiegeln, zeigen wir Problemzonen auf, verfolgen ihre Entwicklung, bieten Anknüpfungspunkte für die Kommunikationsarbeit und synchronisieren alle relevanten Informationen auf einer Plattform.
Was können elektronische Instrumente wie marCo zum Gelingen der Unternehmenskommunikation beitragen?
Patrick Schürmann: Elektronische Instrumente sind heute in vielseitig. Entscheidend ist, wie gut sich deren Ergebnisse integrieren lassen. Das heisst beispielsweise in der Medienbeobachtung: Werden die richtigen, weil wichtigen Informationen gewonnen? Werden die Ergebnisse verstanden? Und last but not least: Lassen sie sich in die unternehmerischen Prozesse einbinden? Entsprechend eng kooperieren wir mit unseren Auftraggebern. Ich beurteile die Leistung von Tensid gleich. Mit dem Unterschied, dass sich Tensid nicht am Ende der Informationskette nahtlos mit der Unternehmenskommunikation verbindet, sondern an ihrem Anfang.
Wie setzt man aus Ihrer Sicht die Möglichkeiten die Web 2.0-Kommunikation in den Investor-Relations und in der Unternehmenskommunikation am besten ein?
Patrick-Schürmann: Die Web 2.0-Kommunikation lässt sich nicht so ohne weiteres an marktwirtschaftlichen Kriterien messen. Genau das aber versuchen viele Unternehmen. Sie werden scheitern, weil sie das Medium und die Beweggründe ihrer Teilnehmer nicht verstanden haben. In seinem Kern ist das Internet „anarchisch“ und damit unkontrollierbar geblieben. Der Einfluss der Unternehmen auf die Web 2.0-Kommunikation ist damit relativ bescheiden, in vielen Fällen sogar kontraproduktiv. Auf der anderen Seite nimmt die Kommunikation aus dem Web 2.0 immer stärker Einfluss auf die unternehmerische Entwicklung. Massen von Menschen lassen sich rasch, international und in grossem Umfang mobilisieren. Der so aufgebaute Druck wird künftig reichen, um auch grossen Marken massive bis irreversible Schäden zuzufügen. Wie kommuniziert man in einer solchen Situation? So banal es klingen mag: Die beste Botschaft ist nachhaltiges Wirtschaften - und den Dialog zu suchen, wenn er notwendig ist. Wann und wo dazu Handlungsbedarf entsteht, zeigt ein professionelles Monitoring in der Regel deutlich auf.
Was raten Sie den Unternehmen?
Patrick Schürmann: Unternehmen tun sich schwer mit der sich verändernden Medienlandschaft. Der Einfluss von „Social-Media“ wird mancherorts schlicht unter den Teppich gekehrt. Ich glaube aber, dass Web 2.0 und „Social-Media“ – nebst den Gefahren – gerade für die Kommunikation viele Chancen bieten. Noch nie konnten Unternehmen so einfach, schnell und direkt von ihren Kunden lernen. Diese Gelegenheit sollten die Verantwortlichen wahrnehmen, indem sie mitverfolgen, was die Welt über sie denkt. Mit etwas Geschick lässt sich so der Kommunikationsbedarf vielleicht sogar etwas einschränken.
Das ist Adwired Communications AG (www.adwired.ch)
Seit 2001 erschliesst Adwired Entscheidungsträgern von führenden internationalen Unternehmen und Organisationen den Zugang zu den News- und Meinungsmärkten. Das Leistungsspektrum erstreckt sich von der qualifizierten Medienbeobachtung und Medienanalyse über punktuelle Recherchen in den Archiven von Printmedien und im Internet bis hin zu befristeter Unterstützung bei „Emerging-Issues“. Lösungen von Adwired gelten als führend, wenn es um den Aufbau und Betrieb von „High-end“-Medienbeobachtung geht.